September 2010
‚Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.’
Prediger Kapitel 3 Vers 13
Liebe Leserinnen und Leser,
das Buch ‚Prediger’ ist mit absoluter Sicherheit keinem Autor allein zu zuschreiben, sondern eine Spiegelung von menschlichen Erfahrungen im Laufe eines Lebens. Allzu oft wird es vernachlässigt, obwohl es auf den Umgang mit Lebenserfahrungen sehr wohl eine Antwort sein kann.
Als ich vor einer Woche auf Urlaubsreisen war, konnte ich sehen, wie es aussieht, wenn Menschen sich mit täglicher harter Arbeit bei 35°-40° ihren Lebensunterhalt erarbeiten müssen. Bei dieser Arbeit ändert sich an den äußeren Bedingungen nichts, das Rad dreht sich jeden Tag weiter, als ob nichts getan wäre. Trotzdem hat Gott in jeden Menschen, der sein Geschöpf ist, die Ewigkeit in dessen Herz gelegt. Im Klartext: Ob der Mensch es persönlich annimmt oder verleugnet, Fact ist, er trägt diese Ewigkeit in seinem Bewusstsein und ist bemüht sie auch zu erreichen.
Das Dilemma besteht in der Einsicht durch menschliche Bemühungen die Ewigkeit nicht erarbeiten zu können. Der Mensch sieht ohne den von Gott geschenkten Glauben nichts von den Werken Gottes, seiner Brücke zu ihm durch den auferstandenen Sohn Jesus Christus. Deshalb bleibt dem Menschen nur übrig, sich an dem zu freuen was ist und sich damit letztendlich zufrieden zu geben. Selbst diese Einstellung, so sagt der Text, ist eine Gabe bzw. ein Geschenk von Gott, egal ob es so erkannt wird oder nicht.
Ich meine und habe persönlich erfahren, der Glaube fängt an folgendem Punkt an:
Der Mensch anerkennt, dass bei allem was er veranstaltet, aus Rohstoffen herstellt, durch persönliche Anstrengungen versucht, dem was von Gott geschaffen und damit gesetzt ist in alle Ewigkeit nichts hinzufügen oder wegnehmen kann. An dieser Stelle darf die erwähnte Furcht im Text vor Gott nicht mit der Angst im menschlichen Verständnis gleich gesetzt werden.
Gottesfurcht meint die Anerkennung seiner Größe und Macht, seiner Liebe zu den Menschen und das Vollbringen seiner Werke einschließlich die Erfüllung der Strafe für die Sünde durch den auferstandenen Jesus Christus. Diese Anerkennung führt fast zwangsläufig zu dem Respekt vor dem Schöpfer von Himmel und Erde.
Deshalb darf und kann ich Sie zu dem Glauben an Gott und zur Nachfolge von Jesus Christus einladen. Er wird Ihnen die Gewissheit geben, dass Ihr Bemühen um Ewigkeit im Grunde ein einfacher Schritt ist. Die Folgen dieser Entscheidung werden im Laufe des Weges nicht immer leicht sein, aber nach 20 Jahren Leben mit Jesus bleibt die Erkenntnis: Es gibt keinen besseren Weg!
Wir grüssen Sie herzlichst in diesem Sinne

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August 2010
Jesus Christus spricht: ‚Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen.’
Johannes 8, 15
Vor Jahren wurde eine Frau in den Vereinigten Staaten von Amerika nach mehrfach von ihr verübtem Mord zu der dort leider gängigen Todesstrafe verurteilt. In den Jahren bis zu ihrer Hinrichtung durch den Staat kam sie mit Christen in Kontakt, die im Gefängnis Missionsarbeit betrieben. Sie kam zu einer Beziehung mit Gott durch die persönlich genommene Schuldtilgung von Jesus. Trotz mehrfacher Bitte um Begnadigung, sprich Umwandlung der Todesstrafe in eine Haftstrafe, wurde die ausgesprochene Bestrafung durch den Staat nicht zurück genommen. Die Frau ging mit Würde zur Hinrichtung und war Gott von Herzen für die gewährte Vergebung durch Jesus dankbar.
In den Versen zuvor wird die Geschichte der Ehebrecherin erzählt. Auf frischer Tat ertappt, heißt die Strafe durch das Gesetz des Mose: Tod durch Steinigung. Ich stelle mir diesen Tod nicht sehr angenehm vor. Jesus entlastet sie zuerst nicht, weist die geforderte Konsequenz aus ihrem Verhalten nicht zurück. Vielmehr gibt er den Verurteilenden recht. Nur die Herausforderung der Sündlosigkeit bewahrt die Ehebrecherin vor der Durchführung der Strafe bzw. Konsequenz.
Juli 2010
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
Hosea 12, 7

Kinderarbeit
Politische Koalitionen, ausschließlich zur Machterhaltung. Konkurrenz, Leistungs- und Erfolgsdruck am Arbeitsplatz. Wohlstand ohne Lebensperspektive.
Ausbeutung vieler zugunsten einer kleinen reichen Elite. Leben ohne Herz, ohne Recht ohne Lebenswerte Werte. Das sind aktuelle Themen, zugleich sind sie uralt. Der Prophet Hosea hatte Mut dies anzuprangern und zur Umkehr zu rufen. Wenn niemand sich mehr zu wehren traut, wenn keiner mehr etwas sagt, wenn viele aufgeben und meinen: Da kann man halt nichts machen, das war schon immer so!, dann braucht die Welt Propheten.
Hosea, dessen Name heißt, Gott hat geholfen, erinnert daran, dass es über der menschlichen Macht und Möglichkeit, eine höhere Macht gibt: Gott – nicht irgendein Gott – sonder Gott, der geholfen hat. Das hatte damals das Volk Israel vergessen, dass es aus der Sklaverei in Ägypten von Gott befreit wurde – er hat geholfen.
Diesen Gott zu vergessen heißt, als Mensch in Menschenhand zu geraten – wehe den Menschen, die nur unter der Macht von Menschen stehen, ohne Korrektur, ohne Werte, ohne Hilfe – ohne Gott.
Da werden Menschen zu Unmenschen, zu Lügnern, Betrüger, Ausbeuter, Unterdrücker, denen nichts mehr heilig ist, auch kein Menschenleben. Auch unserer Gesellschaft droht Gott zu vergessen, den Gott, der hilft. Gott hat längst geholfen, er hat Jesus als Mensch gesandt und Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Gnade und Liebe gelebt. Die Menschen haben ihn umgebracht.
Doch Gottes Liebe zu uns ist größer, er hat Jesus aus dem Tod erweckt, damit wir ihm vertrauen können und die Hoffnung nicht aufgeben, dass Barmherzigkeit, Recht und Glauben sich durchsetzen werden. Wie? Mit Gottes Hilfe und uns!
Hosea zeigt, wie das geht:

Es gibt noch Hoffnung, Leben und Freude, wenn wir umkehren, diesem Gott vertrauen, unser Leben ändern und so Kraft erhalten mit Herz zu leben: Barmherzig und gerecht mit den Menschen´und voller Vertrauen und Zuversicht auf Gott. Propheten heute rufen: So geht es nicht weiter – kehrt um – und vertraut dem Gott der helfen kann, sucht ihn, er ist zu finden in Jesus Christus.
Ihr Matthias Harsányi
(Fragen, Reaktion auf den Artikel: email hidden; JavaScript is required. Ich gebe gerne Antwort.)
Juni 2010
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.
Amos 5,4
Altbundeskanzler Helmut Kohl sagte zu seinem 80. Geburtstag im Rückblick auf sein Leben: „Ich bin dankbar, denn es war sinnvoll.“
Diese Aussage bewegte Gegner wie Freunde, denn darin sind sich Menschen einig, dass sie ein sinnvolles Leben leben wollen.
Wer sein Leben annehmen kann, darin Sinn entdeckt, der kann auch schwere Lebensphasen
durchleben und am Ende gelassen loslassen. Ein Mensch, der ein sinnvolles Leben lebt, der kann sich dem Leben anvertrauen.

Wir suchen ein Leben das lohnt...
Das Wagnis, das wir dabei eingehen, besteht in der Möglichkeit das Leben auch verspielen, verlieren und vergeuden zu können.
Unser Leben ist nicht schon ein Leben nur weil wir leben.
Wir suchen das Leben, mitten im Leben.
Wir suchen ein Leben das lohnt, mit dem wir zufrieden und glücklich sind,
ein erfülltes, lebendiges Leben, das Sinn macht.
Dieses Leben kann man nicht haben, wir können uns nur danach sehnen, es suchen,
einen Weg gehen und wagen. Wir können nur los-leben und darauf hoffen, dass
wir nicht leb-los verzagen, sondern das Leben im Leben entdecken.
Leben und das Leben suchen gehört zusammen wie das Leben wagen und vertrauen.
Vertrauen allein führt nicht schon zum Leben. Es bleibt die Frage, worauf wir vertrauen können.
Auf der Suche nach Leben gibt es viele Fragen: Wie, wo, was suche ich… wo, wann, was werde ich finden, worauf setzen, wem vertrauen?
Mai 2010
‚Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.’
Hebräer Kapitel 11 Vers 1.
Liebe Leserin, lieber Leser,
jeden Tag stehen wir als Menschen vor vielen unbewussten Entscheidungen, die wir aus Erfahrungen und Vertrauen fällen. Die meisten von uns steigen so gut wie jeden Morgen in ein Auto, dem wir auf Grund des Funktionierens vom Vortag auch am aktuellen Tag die Funktion zutrauen. Hoffentlich kann jeder Erwerbsfähige zur Arbeit gehen mit dem Vertrauen, am Ende des Monats einen Lohn bzw. ein Gehalt zu bekommen. Wir führen Beziehungen jeglicher Art im Hoffen darauf nicht enttäuscht oder gar verletzt zu werden.
Viele von uns wurden trotz Erwartung, Hoffen und Vertrauen von sich selber und von Mitmenschen enttäuscht.

Jesu Hände
(C) jesus.ch
April 2010
Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr berufen seid.
Epheser 1,18
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt das Sprichwort, oder, es hofft der Mensch, solang er lebt.
Ohne Hoffnung ist das Leben ohne Perspektive und damit ohne Sinn.
Es ist die Hoffnung die uns Lebensmut und Lebenskraft verleiht. Die Bibel sagt, dass Hoffnung und Glaube eng verbunden sind. Der Glaube ist eine gewisse Zuversicht auf das was man hofft und nicht sieht (Hebräer 11,1). Die Hoffnung ist auf die unsichtbare und noch nicht erreichte Zukunft ausgerichtet.
Es gibt eine leere Hoffnung, weil Menschen etwas erwarten und erwünschen, was es nicht gibt und niemals geben wird. Es gibt aber auch eine begründete und gewisse Hoffnung. Menschen, die so hoffen, haben schon Erfahrungen gemacht oder erkennen in ihrer Zeit Anteile dessen, was sich wahrscheinlich auch in Zukunft erwarten lässt, deshalb verlassen sie sich zuversichtlich darauf. Das haben Menschen erfahren, die z.B. in Kriegsgefangenschaft waren und über Jahre schlimme Situationen durchstehen konnten, weil sie die Hoffnung, „nach Hause zu kommen“, nicht aufgaben. Die Bilder und Erfahrungen die sie von ihrem Zuhause aus früheren Zeiten in ihrem Herzen trugen und die Sehnsucht dies wieder zu sehen und zu erleben gab ihnen Kraft und Mut und hielten sie am Leben.
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März 2010
„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“
Johannes 15, 13
Die größte Sehnsucht, die uns Menschen bewegt, ist die nach Liebe.
Wer sich geliebt weiß, weiß sich angenommen und kann andere annehmen.
So leben wir unser Leben gern, es hat Sinn.
Echte Freunde sind Menschen, die einander annehmen und lieben.
Die Liebe zeichnet aus, dass sie nicht an sich denkt, sondern sich verschenkt, sie gibt.
Freunde beschenken einander, sie geben Zeit, Geld, Geschenke, hören zu, sind da.
Freunde schenken so die Erfahrung, dass Menschen einander gut sind und es gut ist zu leben.
Jesus sagt, die größte Liebe zeigt sich darin, dass einer sein Leben für seine Freunde gibt.
Das ist wahr und hat die höchste Bedeutung, wenn ein Mensch dazu bereit ist, sein Leben einzusetzen, zu riskieren und zu verschenken für andere.
Es gab solche Menschen immer wieder in der Geschichte, die so liebten.
Janusz Korczak zum Beispiel, der als Arzt und Schriftsteller seine Karriere aufgab, um sein Leben armen jüdischen Kindern im Warschauer Ghetto zu geben. Als die Kinder von den Nazis ins KZ verschleppt wurden, hätte er fliehen können, doch er ging mit ihnen. Janusz Korczak achtete und liebte Kinder so sehr, dass er sein Leben gab. Wenige der Kinder überlebten das KZ, welche Bedeutung musste die Liebe Korczaks für sie bedeuten.
Auch Jesus Christus gab sein Leben hin, er starb am Kreuz von Golgatha. Dass seine Hingabe in den Tod die größte Liebe ist, wird durch seine Auferstehung deutlich. Gottes Liebe hat den Tod überwunden und Jesus auferweckt in ein neues Leben, deshalb ist seine Lebenshingabe für alle Menschen geschehen, sie zeigt den Weg zur Liebe Gottes, die stärker ist als der Tod.
Janusz Korczak liebte in besonderer Weise die Kinder, Gott liebt alle Menschen, wir sind seine Geschöpfe, seine Kinder, die er liebt. Deshalb kam er und lebte unter uns und ging in Jesus für uns in den Tod und durch den Tod ins Leben, damit kein Leid, keine Schuld, keine Grenze, kein Tod, damit nichts uns trennen kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist.

An Menschen wie Janusz Korczak denken wir mit Hochachtung, auf Jesus Christus können wir vertrauen, auf seine Liebe kann sich jeder Mensch verlassen, sie hält im Leben und über den Tod hinaus.
Herzliche Grüße
Matthias Harsányi
Februar 2010
Denn der Arme wird nicht aus dem Land verschwinden. Darum befehle ich dir: Deinem Bruder, deinem Elenden und deinem Armen in deinem Land sollst du deine Hand weit öffnen.
5. Mose, Kapitel 15, Vers 11
Liebe Leserin, lieber Leser,
vor vielen Jahren hat eine Bundesregierung ein Gesetz verabschiedet, das der Privatperson den Weg der privaten Insolvenz gehen lässt. Damals sah sich der Gesetzgeber wohl der Pflicht gegenüber, hoch verschuldeten privaten Haushalten die Möglichkeit zu eröffnen, aus einer Schuldenfalle wieder heraus kommen zu können. In diesem Gesetz ist meines Wissens nach folgendes fest gehalten: Nach sieben Jahren unter bestimmten Auflagen in dem Zeitraum wird die Schuld vollständig erlassen. Es scheint eine Erfindung der jüngsten Vergangenheit zu sein.
Bei dem Nachschauen in dem Text 5. Mose, Kapitel 15, Verse 1-11, ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Schon zu Zeiten der Nachfolger von Mose gab es das Problem der Überschuldung von privaten Haushalten. Entweder wurde auf zu großem Fuß gelebt oder unverschuldete Umstände (Krankheit, Witwen usw.) ließen keine andere Möglichkeit als Schulden zu. Um diesem Zustand zu begegnen hat sich Gott zu Wort gemeldet. Das Erlassjahr trat am Ende des siebten Jahres in Kraft. Das hieß: Alle angehäuften Schulden wurden für null und nichtig erklärt.
Der entscheidende Unterschied zu der gesetzlichen Privatinsolvenz liegt in der nicht geforderten Vorleistung des Verschuldeten.
Die Zahl sieben steht wie so oft in der Bibel auch hier für die Vollkommenheit, den vollkommenen und nicht durch Leistung aufzuwiegenden Schuldenerlass. Dahinter verbirgt sich der vollkommene und endgültige Sündenerlass durch Jesus Christus, den Auferstandenen. Gott spricht hier auch noch einen wichtigen Sachverhalt an. In Vers 9-10 wird dem Gedanken klar widersprochen, das Erlassjahr abzuwarten und damit sich aus der Verantwortung der Hilfe für Andere zu entziehen. Außerdem geht es in erster Linie um die Not von Menschen in meinem direkten Umfeld, auch wenn es in der Welt genügend Not und Armut gibt. Es ist nicht in Gottes Sinne, die Not in der Welt zu sehen und vor der Not in der Gemeinde die Augen zu verschließen. Bitte verstehen Sie es nicht in dem Sinne, dass ich gegen Spenden an Hilfsorganisationen bin. Ich möchte nur den Impuls setzen, die Augen auf zu schlagen und um sich zu schauen. Gott sagt klar: Es wird Not geben, erst wenn Jesus wieder sichtbar erscheint, wird die Not endgültig aufhören.
Januar 2010
Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
5. Mose, Kapitel 6, Vers 5

Liebe Leserinnen und Leser,
Gott hat sein auserwähltes Volk Israel aus dem gewohnten Umfeld heraus genommen. Er mutet diesem Volk einen Neuanfang zu. Das alte Leben war zugegebener Maßen nicht sehr gut und auch nicht umwerfend prickelnd. Dennoch gehört es zu den menschlichen Eigenarten lieber im Alten sitzen zu bleiben anstatt das Neue in Angriff zu nehmen. Warum?
Bei den gewohnten alten Verhältnissen kann der Mensch auf seine gängigen Erfahrungen zurück greifen. Damit ist eine Einschätzung dessen möglich, was auf einen zukommen kann. Verlässt der Mensch dieses Umfeld steht er ohne Erfahrungen und der Möglichkeit der Einschätzung da.
Viele Menschen haben vor dem neuen Jahr Angst und Zweifel auf Grund persönlicher unguter Umstände. Der seit Jahren sichere Arbeitsplatz wird unsicher oder ist bereits Vergangenheit, die Prognosen für den Arbeitsmarkt 2010 lassen auch nicht gerade Jubelsprünge entstehen. Seelische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch, voran getrieben durch die Einforderung des Arbeitsmarktes mehr Flexibilität und Engagement zu zeigen. Auf Weihnachts- und Urlaubsgelder wird oftmals zur Arbeitsplatzsicherung verzichtet.
‚Du sollst’ kann dann den Druck noch steigern, erst recht wenn er von Gott erhoben wird, der die Alleinherrschaft in Anspruch nimmt. Warum stellt Gott diese Forderung in den Raum?
Dezember 2009
Gott spricht: Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!
Sacharja 8,13
Das Wort des Propheten Sacharja gehört in die Advents- und Weihnachtszeit, obwohl es im Alten Testament steht. Es spricht von Erlösung. Erlösung – los sein, frei sein, aufatmen, hoffen, leben…
Dieses Wort traf das Volk Israel, das eine unfassbar harte Zeit hinter sich hatte: 70 Jahre Exil, Gefangenschaft in Babylon. Die Zahl 7 steht für die ganze Woche, Sonntag bis Samstag, die Zahl 70 für ein ganzes Menschenleben. Das ist für uns Menschen „ewig lang“, unüberschaubar, – da hatten wohl viele die Hoffnung auf eine gute Zukunft aufgegeben.
Und dann, dieses befreiende Wort.
Die Menschen, die diesem Wort vertrauten, erlebten im Herrschaftswechsel von den Babyloniern zu den Persern die Erfüllung des Prophetenwortes und schöpften daraus neuen Lebensmut. Unter dem Perserkönig Kyros durften die Juden tatsächlich zurück in ihr Land. Sie bauten Jerusalem wieder auf und erlebten neu eine Zeit der Freiheit, des Friedens und der Freude, eine lebenswerte Zeit.
Zu Weihnachten wird uns das Wort des Erlösers gesagt, jedes Jahr neu.
Da ist in unsere Zeit, in unser Leben ein Wort gesprochen worden, das uns Mut zum Leben macht und uns Hoffnung gibt: „Fürchtet euch nicht, es gibt einen Grund zur Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren, es ist Jesus der Herr, geboren in der Stadt Davids“ (Lukas 2,10+11).
Ein „Heiles Land“, ein Ort wo Freiheit, Frieden und Liebe herrscht, das ist heute für viele Menschen eine Utopie – den Ort scheint es nicht zu geben.






