Monatslosung Februar
Mahnung zum rechten Gebrauch der Freiheit beim Essen des Götzenopferfleisches: Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. Niemand suche das Seine, sondern das des anderen.
1. Korinther Kapitel 10 Vers 23-24

(C) Jerzy Sawluk / pixelio.de
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im politischen Israel gibt es eine ca. 10% große Bevölkerungsgruppe. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Gruppe als ultraorthodoxe Juden bezeichnet. Die Angehörigen der Gruppe zeichnen sich durch Kleidung, Haartracht und Tradition aus. Aus einem guten Motiv heraus versuchen diese Menschen im heutigen Israel mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen den Glauben an den lebendigen Gott auf der Grundlage des Alten Testamentes zu leben. Dazu gehört z. B. die Ansicht, dass Frauen bzw. Mädchen keine Schulbildung brauchen. In den letzten Monaten werden sie auch wieder verstärkt aktiv durch entsprechende Aktivitäten innerhalb des Staates Israel. Das führt zu Konflikten zwischen den politischen Staatsangehörigen und der Gruppe.
Konflikte zwischen Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen sind logischerweise zunächst ‚vorprogrammiert’. Jeder versucht möglichst viel von seinen Wurzeln zu behalten, keiner schneidet ohne entsprechenden Grund seine Wurzeln ab. Der Spannungsbogen heißt: Integration und Freiheit. Der Bundespräsident hat in einer seiner ersten öffentlichen Rede die umstrittene Aussage gewagt, dass der Islam heute zur deutschen Gesellschaft gehört. Wo fängt Integration an und wo hört die Freiheit des Einzelnen auf?
Paulus schrieb den Brief an die Korinther nicht ohne Grund. Diese Gemeinde war durch ihre kulturelle Zusammensetzung konfliktträchtig. Zum Einen gab es die Judenchristen, zum Anderen die Heidenchristen. Die erste Gruppe waren Jesus-Gläubige Juden (heute messianische Juden) und die zweite Gruppe waren Jesus-Gläubige Menschen außerhalb des Judentums (aus jüdischer Sicht Heiden). Beide brachten ihre jeweiligen Wurzeln mit in die Gemeinschaft. Ganz konkret stand der Streit über das Essen von Fleisch zur Debatte das als Opferfleisch gedacht war. Für die Einen war der Genuss völlig in Ordnung, für die Anderen war es ein Götzendienst. Paulus stellt bewusst die wichtige Aussage in den Raum: Es geht nicht um Dein Gewissen, es geht um das Gewissen des anderen Menschen. Es geht um seine seelische Befindlichkeit und um seinen Umgang damit.
Für mich hat die Aussage folgenden Aspekt: Was nützt es mir wenn ich auf meinem Standpunkt beharre, aber gleichzeitig damit meinem Mitmenschen (in der Gemeinde) in seiner Seele Schaden zufüge? Es führt zu keinem Ergebnis außer zu Unfrieden und zu Konflikten. Wir sollten meiner Meinung nach immer abwägen welchen ‚Preis’ das sture Beharren auf einem Standpunkt innerhalb der Gemeinde kostet. Sehr oft ist es der Standpunkt nicht wert, weil es um unwichtige Unterschiede geht. Deshalb ermahnt uns Paulus immer das (Anliegen) des Anderen zu suchen! Im Klartext: Welches Verhalten meinerseits nützt meinem Mitmenschen und welches Verhalten fügt meinem Mitmenschen Schaden zu! ‚…tut alles zur Ehre Gottes.’ Paulus umschreibt es mit der Formulierung, dass er mit Danksagung sich an die Gebräuche der verschiedenen Menschen innerhalb wie auch außerhalb der Gemeinde angepasst hat. Sofern es den Geboten Gottes nicht widerspricht sehe ich persönlich keinen Götzendienst darin. Wir sollen nicht wegen falscher Sturheit auffallen (die dann ebenso zum Götzendienst werden kann), sondern durch die Liebe zu Jesus und zu jedem Menschen auffallen.

Diesen Spannungsbogen in guter Weise zu leben ist mein Wunsch für Sie wie auch für uns als Gemeinde. Im Besonderen auch für uns als Gemeindemitglieder in dem jeweiligen persönlichen Umfeld.
In dem Sinn ein gutes 2012.
Es grüßt Sie herzlich
![]()
Monatslosung Dezember
Gott spricht: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. (will ich dich sammeln).
Jesaja 54,7

Quelle: uschi dreiucker / pixelio.de
Nebel liegt in diesen Tagen schwer über ganz Deutschland.
Es sind kurze trübe Tage, wir feierten, Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag, das Ende des Jahres ist da.
Mit dem Rückzug des Lebens in der Natur, stellen sich für uns Menschen die Fragen nach unserem Ziel und Ende ein.
Welchen Sinn hat unser Leben, welches Ziel, wo stehe ich heute, wo komme ich noch hin, was werde ich erreichen?
In einer durch Krisen erschütterten Welt stellen auch wir, obgleich wir im Wohlstand Leben, vielleicht leider nur ganz persönlich, still und leise diese Fragen an uns.
Mit wem kann man auch heute noch über solche Fragen reden?
Oft finden wir keine Antworten, oder nur frustrierende. Das kann doch nicht alles gewesen sein.
Der Reformator, Martin Luther, sprach in solchen Phasen seines Lebens davon, dass sich Gott abgewandt habe.
Diese menschliche Vorstellung von Gott hat auch die Bibel. Der Bibelvers aus Jesaja 54,7 hat das beendete babylonische Exil des Volkes Israel als historischen Hintergrund.
Es sah sich in der Gefangenschaft von Gott verlassen, in der Möglichkeit der Rückkehr in das eigene Land und Zuhause, sah es Gottes großes Erbarmen.
Jesus Christus bezeugt Gott als den, der alle Menschen liebt, sie sucht und mit ihnen versöhnt leben will. Ein Gott, der sich nicht abwendet, sondern uns zuwendet.
Martin Pepper hat in einem Lied über Gott gedichtet: „Wenn ich dich nicht sehe, stehst du hinter mir“.
Ich bin davon überzeugt, dass Gott uns Menschen nicht verlässt und sich nicht abwendet von uns. Wir empfinden in schweren Erfahrungen des Lebens und bei trübsinnigen Gedanken, dass wir alleine sind, verlassen von Gott und der Welt.
Jesus Christus aber sagt, dass Gott immer bei uns ist, immer für uns ist, dass er sich in seiner Liebe immer zu uns wendet. Für mich ist dieses Bild hilfreich, dass er, Gott, mit seiner Liebe, hinter mir steht, mir nahe ist, gerade in den Phasen meines Lebens, in denen mich entscheidende Lebensfragen bedrücken wollen. In diesen Phasen wende ich mich im Gebet an Gott und erfahre seine tröstende Nähe und Hilfe.
Die Gute Nachricht, dass Gott für uns da ist und uns liebt, bringt der Prophet Jesaja mit den Worten zum Ausdruck: Mit großem Erbarmen, hole ich dich heim.
Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus seine Sammelaktion begonnen hat. Durch seine Liebe will er nicht ohne uns, ohne dich leben, er hat sich uns zugewandt, er ist da und sammelt uns in seiner Gemeinde, deshalb bete ich ihn an und möchte dich einladen, bete zu ihm, bei ihm bist du zu Hause, niemals allein.
Ihr Matthias Harsányi
Monatslosung Oktober
Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?
Hiob 4,17
Eine bildhübsche Frau, wir sind von ihr angezogen und niemand kann ihr widerstehen.
Jeder ist ihr schon begegnet, doch nicht jeder will daran erinnert werden.
Wer mit ihr zu tun bekommt wird sich wundern, sich vielleicht sogar erschrecken oder noch schlimmer, nie wieder mit ihr zu tun haben wollen. Doch können wir nicht vor ihr fliehen, wir sehnen uns vielmehr nach ihr. Eigenartig, um wen geht es da wohl?
Es geht um Justitia (lateinisch), um die Gerechtigkeit, die in der christlichen Kunst als schöne Frau dargestellt

(C) Carlo Schrodt / pixelio.de
Das ist die Vorstellung von Gerechtigkeit in der westlichen Welt, durch die wir geprägt sind. Es muss ein Ausgleich geschaffen werden, Schlechtes muss mit Gutem aufgehoben werden, ungerechtes geahndet und bestraft werden, die Waage muss ausgeglichen sein, dann herrscht Gerechtigkeit.
In unserem Leben erfahren wir viel Ungerechtigkeit. Das empört und verletzt uns, aber wir selbst sind auch ungerecht und fürchten, dass wir wenig in die Waagschale zu werfen haben, um einen Ausgleich schaffen zu können – aber was dann?
Und wenn Gott gerecht ist, im Sinne der Justitia, dann haben wir doch gar nichts zu bieten, dann wird sich unsere Waage nie auch nur rühren, wer will sich mit dem gerechten Gott messen?
Diese Frage wird dem Hiob von seinem Freund Elifas gestellt. Und Elifas meint, dass die sprichwörtlichen Leiden Hiobs eine Strafe Gottes darstellen, die beweisen, dass Hiob irgend ein Unrecht getan habe.
Doch Elifas irrt! Nicht darin, dass Hiob ungerecht war, ungerecht sind alle Menschen, sondern darin dass er das Leid als gerechte Strafte Gottes interpretiert.
Gottes Gerechtigkeit ist eine andere als die der Justitia.
Er vergilt und rächt nicht die Schuld, sondern vergibt – das kann die schöne Justitia nicht, sie schlägt zu.
Die Justitia ist unparteiisch, der lebendige Gott aber ist in jedem Fall „für uns Menschen“.
Gott ist nicht blind, sondern sieht hin, er sieht unsere Schuld und Ungerechtigkeit, aber seine Gerechtigkeit sucht nicht den Ausgleich, sondern die Beziehung. Gott will unter allen Umständen, dass wir am Leben bleiben, um mit ihm zu leben. Darin zeigt sich seine Liebe und Gerechtigkeit, dass er alles in die Waage wirft um uns zu vergeben und mit uns zu leben. Keine Schuld auf unserer Seite wiegt schwerer als diese Liebe. Gott hat in Jesu alles gegeben um uns zu gewinnen. Die Gerechtigkeit Gottes ist ein unverdienbares und unverdientes Geschenk an uns. Weil Gott liebt spricht er uns gerecht, deshalb dürfen wir ihm vertrauen und ihm begegnen. Wir können und müssen da gar nichts tun, wir können nichts in diese Waagschale werfen, wir können nur dankbar und froh ihm vertrauen und mit ihm Leben, denn seine Liebe überwältigt uns. Das ist Gottes Gerechtigkeit, sie ist Personal und persönlich, sie ist Mensch geworden in Jesus, sie ist für uns, legt sich für uns ins Zeug, stirbt an unserer Stelle, wirbt um uns und vergibt uns. Die Menschen sind vor Gott gerecht, die seiner Liebe in Person, die Jesus vertrauen, die seine Liebe annehmen und mit Gott leben.
Die Justitia mag schön sein, aber sie ist unbestechlich tödlich, das Kreuz Jesu mag hässlich sein, aber die Liebe Gottes, die sich darin zeigt führt unüberwindbar zum Leben. Der Apostel Paulus sagt es so:
Der Gerechte wird aus dem Glauben leben.
Ihr Matthias Harsányi
Monatslosung September
’Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.’
Matthäus-Evangelium Kapitel 18 Vers 20.

(C) photocase.com / sweak
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am Montag, den 25.07.2011, begann für mich ein normaler Arbeitstag. Als ich um ca. 13.00 Uhr an diesem Tag von einem anderen Büro in mein eigenes Büro zurück kam hieß es durch meine Kollegen: ‚Ruf in der Zentrale an, es ist sehr wichtig!’ Ich folgte dieser ‚Anweisung’ und rief zurück. Die Nachricht war ein Schock: ‚Fahren sie sofort in das Ostalbklinikum Aalen, ihre Tochter wurde dort in Folge eines Autounfalls mit dem Notarzt eingeliefert!’ Meine Tochter war per Fuß in der Mittagspause der Schule unterwegs. Daher konnte sie nur mit einem Auto kollidiert sein. Ich rief noch kurz meine Frau per Handy an. Wir trafen uns dann in der Notaufnahme des Klinikums. Unsere Tochter war auf der Intensivstation, das Bewusstsein war da, allerdings verhinderte der Schockzustand meiner Tochter eine Erinnerung an den Unfall. Sie ist A-typische-Autistin, d. h. sie hatte mit ihren 18 Jahren bereits eine nicht immer angenehme Geschichte hinter sich (Klinikaufenthalte, Mobbing in der Schule und das Bewusstsein anders zu sein als die Gleichaltrigen). Ich stand vor dem Bett und dachte: ‚Gott, was soll noch kommen? Ich bin so hilflos!’ (Wir hatten 1993 bereits eine sechs Monate alte Tochter durch plötzlichen Kindstod verloren). Die Ärzte konnten zu dem Zeitpunkt nur einen Beckenbruch vermuten, bleibende Folgeschäden hingen noch in der Luft. Gott schenkte uns in der Situation das Geschenk des besonderen Glaubens tief in unseren Herzen. Im Gebet für unsere Tochter sprachen wir als Eltern das Heil durch den auferstandenen Jesus über ihren Geist, ihre Seele und ihren Körper aus. Am nächsten Tag erinnerte mich ein Freund an den Psalm 91, im Besonderen an den Vers 16.
Meine Tochter wurde in der gleichen Woche am Donnerstag entlassen, die Ärzte fanden keine Verletzungen mehr. Ihr geht es bis heute beschwerdefrei sehr gut!
Warum der relativ lange Vorspann? In den Versen 15 bis 20 des Kapitels erzählt Jesus eine zentrale und wichtige Wahrheit für seine Nachfolger. Gott gibt seinen Nachfolgern durch Jesus eine enorme Verantwortung mit auf ihren Weg. Es fängt mit dem Umgang der Sünde in den eigenen Reihen an. Wir sollen uns gegenseitig wegen Sünde nicht verurteilen, sondern unserem Gegenüber auf dem Weg zurück zu Gott helfen. Dabei gibt Jesus eine klare Vorgehensweise vor. Der entscheidende Satz steht in dem Vers 18. Was wir als Gläubige binden bzw. nicht los lassen, wird im Himmel gebunden sein. Was wir als Gläubige lösen bzw. an Vergebung durch Jesus zu sprechen, wird im Himmel gelöst bzw. vergeben sein. Vergebung einem anderen Gläubigen bei echter Reue zu zusprechen ist ein Lösen von Gebundenheit durch die Sünde! Welch eine Verantwortung und doch gleichzeitig eine erlösende Zusage. Gott traut uns diese Verantwortung und den richtigen Umgang damit zu. Er will damit deutlich aussagen, dass wir den Umständen nicht schutzlos ausgesetzt sind, sondern wir aus Gnade ein ‚Instrument’ dafür haben. In den Versen 19 und 20 werden die Voraussetzung und das Resultat genannt. Das haben meine Frau und ich an dem 25.07.2011 und durch den Psalm 91 erfahren. Wenn zwei Gläubige Gott im Namen Jesu bitten und ihn beim Wort nehmen, wird er gleich oder zeitlich versetzt handeln.

Deshalb möchte ich Sie erneut ermutigen Gott bei aussichtslosen Situationen oder bei Herzenswünschen im Glauben um Hilfe zu bitten! Er wird dann in Ihrer Mitte sein. Widerspricht die Bitte oder das Anliegen Gott und seinem Wort nicht nehmen Sie ihn beim seinem Wort. Gott wird aus seiner Souveränität heraus handeln. Lassen Sie ihn das Ergebnis nach seinem guten Willen gestalten, denn alles Gute kommt von Gott!
Wir wünschen Ihnen als Gemeinde eine erholsame und segensreiche Urlaubszeit.
Es grüßt Sie herzlich
![]()
Monatslosung August
Jesus Christus spricht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
Matthäus 7, 7

(C) U. Herbert / pixelio.de
Es war sehr spät, als ich mit dem Auto zu Hause ankam. Alles war dunkel, es regnete, in den Häusern der Straße schliefen die Menschen. Ich stieg aus, wollte die Haustüre öffnen, da wird es mir heiß und kalt: Wo ist der Haustürschlüssel? Ich fand ihn nicht im Auto, nicht in der Arbeitstasche, nirgends.
An der eigenen Türe musste ich klingeln, lange, mehrmals, bis endlich meine Frau wach wurde und mir die Tür öffnete – unangenehm, ärgerlich, – der Schlüssel hing im Haus am Schlüsselbrett.
Fast jeder hat schon solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht: Gesucht und nicht gefunden, „bitte“ gesagt und enttäuscht worden, angeklopft und die Türen blieben verschlossen. Da hatte ich ja noch Glück in der Nacht.
Wenn es um Haustürschlüssel geht, kann die Sache peinlich oder zum Lachen sein, ernsthaft und bedrohlich ist es, wenn wir den Schlüssel zum Leben nicht finden. Erstaunlich viele Menschen suchen nach dem Leben, bitten um Lebenshilfe und klopfen an, damit ihnen jemand die Tür zum Leben aufmacht.
Wir können mitten im Leben am Leben vorbeigehen, den Sinn unsers Daseins nicht finden. Das ist erschreckend.
Wenn Jesus Christus vom Bitten, Suchen und Anklopfen spricht, dann geht es ihm um die Frage nach unserem Leben und diese Frage beantwortet er, fast euphorisch und mit absoluter Gewissheit, mit der Liebe Gottes.
Diese Liebe antwortet immer, diese Liebe lässt sich finden und diese Liebe öffnet die Tür zu einer erfüllenden Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott selbst und mit Menschen, die zu lieben lernen wollen.
Das ist das Gottesbild, das Jesus Christus vermittelt hat, das ist der Glaube der Christen, dass Gott liebt und deshalb jede Bitte beantwortet, jede Suche zum Ziel führt und jedem der anklopft die Tür aufmacht, wenn es um die Sinnfrage geht. Sie wird beantwortet in der Gemeinschaft mit Gott. Nichts suchen wir mehr im Leben, als die Liebe dessen, der uns geschaffen und gewollt hat.
Absolut sicher ist sich da Jesus und absolut sicher bin ich mir darin, dass das Wissen und die Erfahrung, dass Gott uns Menschen liebt die Antwort ist auf unsere Lebenssuche und unsere Lebensfragen. Diese Antwort auf unser Bitten, Suchen und Anklopfen verändert unser Leben von Grund auf, sie gibt uns Halt und Freude und Zuversicht.
Der Gott, den Jesus verkündigt hat und dessen Willen er erfüllt, indem er sich hingibt und liebt, der Gott der aus Liebe den Tod überwindet, der „hat“ nicht nur Antworten auf unsere Lebensfragen, er ist die Antwort. In seiner Nähe und durch seine Liebe werden wir unseres Lebens froh und gewiss, dass es Sinn macht.
Ihr Matthias Harsányi
Monatslosung Juli
‚denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.’
Matthäus Kapitel 6 Vers 21.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es ist ein Teilsatz, aus einem Zusammenhang heraus genommen. Daher wird in der Losung ‚nur’ das Ergebnis zitiert.
Olympische Sommerspiele 1988 (Seoul): Der Topfavorit Thompson (GB) im Zehnkampf nimmt an diesen Spielen nicht teil. Der zweite Topfavorit, Jürgen Hingsen (BRD), hat die Chance seines Lebens auf Olympiagold. Alles läuft im Goldkurs. Der 100 Meter Lauf steht als Teildisziplin auf dem Programm. Jürgen Hingsen ist bis in die Haarspitzen (über-)motiviert. Er schafft es als erster Profi-Zehnkämpfer drei Fehlstarts zu produzieren. Ergebnis: Jürgen Hingsen wird disqualifiziert und scheidet aus dem Wettbewerb aus. Fassungslos realisiert er den Zusammenbruch seiner Träume als Profi-Zehnkämpfer. Monatelanges Training und der damit verbundene Verzicht sind plötzlich sinnlos.
Frühjahr 2011: Menschen arbeiteten ihr Leben lang für Wohlstand. Fühlten sich in ihrem Land auf Grund der hoch qualifizierten Industrie sicher und von ihrer Regierung gut beschützt. Ein Erdbeben von einer Minute auf die Andere setzt eine Flutwelle in Bewegung. Die angesiedelten Atomkraftwerke reagieren mit einem Super-Gau auf das Ereignis. Die Menschen verlieren Besitz, Arbeitsplatz, Gesundheit und vor allem Familienangehörige sowie Freunde. Fukushima ist Realität.
Diese Ereignisse erwähne ich, um zu verdeutlichen, dass Jesus damals zu den Menschen das Gleiche sagte, wie er es heute eventuell auch zu uns sagen würde. Keiner will die von Menschen erlebten persönlichen Tragödien klein reden oder gar als Banalitäten in die Ecke stellen. Verluste jeglicher Art bereiten dem Menschen Schmerzen auf den verschiedenen Ebenen seiner Persönlichkeit. Niemand will dem Gläubigen den materiellen Besitz streitig machen und ihn damit zu einer Kopie von Franz zu Assisi formen.
Jesus geht es hier um die Wertigkeit bzw. die Bewertungen der Fakten in unserem persönlichen Leben! Wie sieht unsere Prioritätenliste aus: Mein Haus, mein Boot, mein Auto, (mein Gott)… Es ist einfach nicht möglich als Mensch zwei Zielen hinter her zu laufen. Als Hobbyläufer verstehe ich das. Bei einer Langstrecke von 20 KM ist das Ziel das Wichtige, nicht die Landschaft außen herum! Jesus formuliert diese Tatsache sehr plastisch. Entweder liebe ich das Eine und hasse das Andere. Beide lieben oder beide hassen geht nicht. Die vorhandenen Wertigkeiten in meinem Leben bestimmen immer meine Handlungen, egal ob es mir bewusst ist oder nicht!

Wenn wir Gott, dem Vater im Himmel, seine Worte glauben, die Jesus im Vers 32 des Kapitels sagt, dann müssen wir uns um unsere Zukunft keine Sorgen machen. Das verbietet einem nicht, in einem vernünftigen Rahmen, sich z. B. um seine Altersvorsorge zu kümmern. Es bedeutet jedoch sich möglicher
Horrorvorstellungen für die Zukunft zu entledigen. ‚Denn jeder Tag hat an seinem Übel genug.’ Vers 34.
Deshalb bauen Sie auf das zugesagte Versprechen Gottes im Vers 33. Die absolut erste Wertigkeit auf meiner persönlichen Prioritätenliste ist das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, erst danach kommen alle anderen Wertigkeiten. Das Andere wird von Gott hinzugefügt. Meiner Meinung nach sind das die von Jesus gemeinten Schätze im Himmel. Ich hoffe, dass es mich und Sie neu anregt darüber nach zu denken.
Es grüßt Sie herzlich
![]()
Monatslosung Juni
„Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr;
ein anderer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.“
Sprüche 11,24
Das Leben ist ein Geschenk, Gott hat es uns Menschen gegeben.
Der lebendige Gott ist ein gebender Gott, ein weitherziger und großzügiger dazu.
Er hat uns das Leben gegeben, um es mit uns zu teilen und uns zu begegnen.
Kein Mensch kann sich Leben selber geben, aber wir können es für uns selbst, alleine leben,
ohne es zu teilen, oder es mit anderen leben.
Es ist ein großer Unterschied zwischen den Menschen, die sehr um sich selbst besorgt und selbstbezogen sind und denen, die großzügig ihre Zeit, ihr Geld und ihr Leben mit anderen Menschen teilen.
Wohl haben die Großzügigen hier und dort weniger Geld oder Statusobjekte, sie können sich manches nicht leisten, aber ihr Reichtum an Beziehungen zu Menschen, ihr Vermögen an guten Lebenserfahrungen ist nicht zu bezahlen.
Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph, sagte:“Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“
Wo Menschen wirklich einander begegnen, werden sie leicht Zeit, Gedanken und auch materielle Güter investieren, weil der Wert gemeinsamen Lebens und guter Begegnungen sie froh und frei und glücklich macht.
Die Lebensweisheit aus dem biblischen Buch der Sprüche Salomos hat diese Beobachtung festgehalten: „Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr.“ Das ist kein kapitalistischer Gedanke von der optimalen Vermehrung von Güter und Geld, hier wird von einem „mehr“ gesprochen, von einem „Reichtum“, der mit dem Wesen Gottes zu tun hat. Gott ist ein gebender Gott, er gibt uns das Leben und dieses Leben ist nur in seiner Tiefe und Weite zu erfahren, wenn wir uns nicht um uns selbst drehen, sondern das, was wir selber empfangen, froh weitergeben und teilen.
Geteiltes Leben macht reich an Lebenserfahrungen und guten Begegnungen.

Wer dagegen nur kargt und spart, mit Geld und Zeit, wer keinem Menschen von sich etwas abgibt und das Leben teilt, der wird mitten im Leben arm an lebendigen Erfahrungen.
Vielleicht sind deshalb so viele Menschen in unserer Gesellschaft einsam, allein und verlassen, auch wenn sie in Mitten von Menschen leben.
Gottes Wort öffnet uns die Augen für unsere Wirklichkeit und ermutigt uns wieder menschlich zu werden, wieder auf Menschen zuzugehen, dass wir uns Zeit nehmen, um mit dem anderen zu sein und ihm Gutes tun. Ein glücklicher Mensch ist, der großzügig und freigiebig ist, der es sich etwas kosten lässt, um anderen zu begegnen, er wird austeilen und reicher werden.
Ihr Matthias Harsányi
Monatslosung Mai
‚Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seiet in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!’
Römer Kapitel 15 Vers 13.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

(C) Thorben Wengert / pixelio.de
in den uns heute vorliegenden Übersetzungen sind das Kapitel 14 Vers 1-23 und Kapitel 15 Vers 1-13 ein zusammen hängender Text. Dieser ist in der Elberfelder Übersetzung mit der Überschrift ‚Gegenseitige Verantwortung der im Glauben Starken und Schwachen’ betitelt.
Charles Darwin stellte eine bis heutige diskutierte Theorie auf, die besagt: Nur die Starken überleben! Dieses Prinzip schlug auch bei der letzten globalen Wirtschaftskrise zu, die stark aufgestellten Firmen überstanden die Krise, die schwachen Firmen mussten Hilfe in Anspruch nehmen. Im schlechtesten Fall führte es auch zu Insolvenzen. Dabei zahlten in erster Linie die schwächsten Glieder dafür, die Arbeitnehmer.
Auch in der christlichen Gemeinde gibt es die Starken, die scheinbar die dicksten Krisen überstehen und die Schwachen, denen das Überstehen einer Krise oft nicht zugetraut wird. Erstaunlicherweise fordert in diesem Vers Paulus auch die Schwachen auf für die Starken Verantwortung zu übernehmen! Es klingt nach der Vorstellung der Welt nach einer Verdrehtheit. Deshalb ist es wichtig die Verse davor zu lesen, damit der Vers 13 verständlich wird. Paulus begründet in den Versen davor, warum es keine Verdrehtheit, sondern der entscheidende Unterschied zur Welt ist. Es ist ein Gott, der sowohl in den Starken als auch in den Schwachen mächtig ist.
Der Gott des Himmels und der Erde, der die Kraft zum Ausharren und zur gegenseitigen Ermunterung gibt. Der Gott, der uns als gläubige Gemeinde zur Gleichgesinnung aufruft. Der Gott, der seine Gemeinde befähigt IHN einmütig mit einem Munde als Vater unseres Herrn Jesus Christus zu verherrlichen. Darin liegt die Stärke der Gemeinde, in der auch die Schwachen der Welt für die Starken eintreten können!
Das kann nur mit dem Heiligen Geist, dem Geist Gottes gelingen. Keiner muss dies aus eigener Kraft leisten und aus sich heraus drücken. In Vers 13 beschreibt Paulus nichts anderes als die Früchte, die daraus entstehen.

Auf dieser Grundlage wünsche ich Ihnen den Mut aus der uns manchmal anhaftenden Schwachheit heraus den Starken beizustehen anstatt sich in eine Ecke zu verdrücken. Keiner braucht sich vor Gott oder den Mitchristen seiner Schwachheit zu schämen, Gott ist der Geber durch seinen Heiligen Geist.
Wir wünschen Ihnen als Gemeinde Gottes Segen und wollen einen Platz für jeden anbieten, egal ob stark oder schwach.
![]()
