Gottes Wirken wird sichtbar!

Monatslosung Februar

Mahnung zum rechten Gebrauch der Freiheit beim Essen des Götzenopferfleisches: Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. Niemand suche das Seine, sondern das des anderen.

1. Korinther Kapitel 10 Vers 23-24

© Jerzy Sawluk / pixelio.de

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im politischen Israel gibt es eine ca. 10% große Bevölkerungsgruppe. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Gruppe als ultraorthodoxe Juden bezeichnet. Die Angehörigen der Gruppe zeichnen sich durch Kleidung, Haartracht und Tradition aus. Aus einem guten Motiv heraus versuchen diese Menschen im heutigen Israel mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen den Glauben an den lebendigen Gott auf der Grundlage des Alten Testamentes zu leben. Dazu gehört z. B. die Ansicht, dass Frauen bzw. Mädchen keine Schulbildung brauchen. In den letzten Monaten werden sie auch wieder verstärkt aktiv durch entsprechende Aktivitäten innerhalb des Staates Israel. Das führt zu Konflikten zwischen den politischen Staatsangehörigen und der Gruppe.

Konflikte zwischen Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen sind logischerweise zunächst ‚vorprogrammiert’. Jeder versucht möglichst viel von seinen Wurzeln zu behalten, keiner schneidet ohne entsprechenden Grund seine Wurzeln ab. Der Spannungsbogen heißt: Integration und Freiheit. Der Bundespräsident hat in einer seiner ersten öffentlichen Rede die umstrittene Aussage gewagt, dass der Islam heute zur deutschen Gesellschaft gehört. Wo fängt Integration an und wo hört die Freiheit des Einzelnen auf?

Paulus schrieb den Brief an die Korinther nicht ohne Grund. Diese Gemeinde war durch ihre kulturelle Zusammensetzung konfliktträchtig. Zum Einen gab es die Judenchristen, zum Anderen die Heidenchristen. Die erste Gruppe waren Jesus-Gläubige Juden (heute messianische Juden) und die zweite Gruppe waren Jesus-Gläubige Menschen außerhalb des Judentums (aus jüdischer Sicht Heiden). Beide brachten ihre jeweiligen Wurzeln mit in die Gemeinschaft. Ganz konkret stand der Streit über das Essen von Fleisch zur Debatte das als Opferfleisch gedacht war. Für die Einen war der Genuss völlig in Ordnung, für die Anderen war es ein Götzendienst. Paulus stellt bewusst die wichtige Aussage in den Raum: Es geht nicht um Dein Gewissen, es geht um das Gewissen des anderen Menschen. Es geht um seine seelische Befindlichkeit und um seinen Umgang damit.
Für mich hat die Aussage folgenden Aspekt: Was nützt es mir wenn ich auf meinem Standpunkt beharre, aber gleichzeitig damit meinem Mitmenschen (in der Gemeinde) in seiner Seele Schaden zufüge? Es führt zu keinem Ergebnis außer zu Unfrieden und zu Konflikten. Wir sollten meiner Meinung nach immer abwägen welchen ‚Preis’ das sture Beharren auf einem Standpunkt innerhalb der Gemeinde kostet. Sehr oft ist es der Standpunkt nicht wert, weil es um unwichtige Unterschiede geht. Deshalb ermahnt uns Paulus immer das (Anliegen) des Anderen zu suchen! Im Klartext: Welches Verhalten meinerseits nützt meinem Mitmenschen und welches Verhalten fügt meinem Mitmenschen Schaden zu! ‚…tut alles zur Ehre Gottes.’ Paulus umschreibt es mit der Formulierung, dass er mit Danksagung sich an die Gebräuche der verschiedenen Menschen innerhalb wie auch außerhalb der Gemeinde angepasst hat. Sofern es den Geboten Gottes nicht widerspricht sehe ich persönlich keinen Götzendienst darin. Wir sollen nicht wegen falscher Sturheit auffallen (die dann ebenso zum Götzendienst werden kann), sondern durch die Liebe zu Jesus und zu jedem Menschen auffallen.

holger

Diesen Spannungsbogen in guter Weise zu leben ist mein Wunsch für Sie wie auch für uns als Gemeinde. Im Besonderen auch für uns als Gemeindemitglieder in dem jeweiligen persönlichen Umfeld.

In dem Sinn ein gutes 2012.

Es grüßt Sie herzlich

u_holger

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