Herzlich Willkommen zum Gebetsspaziergang.
Hier findest Du den Ablauf:
Zunächst findet euch in einer Gruppe zusammen, die den Weg gemeinsam läuft.
Dann entscheidet euch, ob jeder selbst an den Station lesen möchte oder eine Person für alle liest und damit die Leitung übernimmt. Bei jeder Station Klappt ihr die entsprechende Station auf.
Wichtig: Eine Person aus Deiner Gruppe sollte das Abendmahl "ToGo" mitnehmen. Das erhaltet ihr bei Sigrid.
Dann kann es schon losgehen.
Öffne Jetzt Station 1.
Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit!
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)
Gemeinsam umbeten wir unsere Stadt und die Menschen. Denn im Gebet liegt unermessliche Kraft. Gebet kann Mauern überwinden, Schmerzen nehmen, Trösten und vor allem darin ereignet sich Gottes Reich ganz konkret.
Und da wo wir zusammenkommen, da ist Jesus selbst.
Schön, dass Du da bist.
Heute ist kein Gottesdienst, wie Du ihn sonst kennst – heute bist Du in Bewegung. Die meisten von euch physisch, einige auch im Geiste.
Heute gehen wir durch Aalen. Nicht einfach nur so, sondern mit offenen Augen. Mit einem wachen Herzen. Und mit Gott - im Gebet.
Wenn Du diesen Gebetsspaziergang aus welchem Grund auch immer von Zuhause aus mitmachst, adaptiere es einfach für deine Situation. Versetzte Dich in die Orte hinein und lass dich darin von Jesus anrühren.
Du startest hier – an unserer Gemeinde. Von hier aus wirken und bewegen wir uns in die Stadt. Vielleicht bist Du grade Teil einer Gruppe, die diesen Gebetsspaziergang gemeinsam erlebt. Drei, vier, fünf Leute. Manche kennst Du gut, manche vielleicht kaum. Doch darum geht es nicht. Wir wollen als Gemeinde unsere Stadt im Gebet tragen - sinnbildlich steht dafür Deine Gruppe.
Ein Gebetsspaziergang heißt: hinschauen, wahrnehmen, still werden, beten. Und ja – reden dürft ihr auch. Vielleicht über das, was ihr seht. Was euch auffällt. Was euch berührt.
Bevor es losgeht, nimm Dir einen kurzen Moment:
Was bringst Du mit? Was beschäftigt Dich heute?
Und was wünscht Du dir von diesem Weg? Überleg ein paar Minuten für Dich.
Nimm Dir 2-3 Min in Stille und beweg diese Fragen für Dich.
Im Gebet eröffnen wir diese Zeit. Und wir starten mit dem Herzensgebet. Das ist ganz simpel und eignet sich wunderbar für den Alltag um sich mit Jesus zu verbinden.
Dabei achtest Du auf Deinen Atem. Der Atem den Gott uns geschenkt hat, er stellt eine direkte Verbindung zu Gott da. Es ist sein Lebensatem. Und immer wenn wir ein- und ausatmen, atmen wir darin Gott selbst.
Bei jedem Einatem denkst Du im Herz: Jesus
Bei jedem ausatmen denkst Du: Christus
Nimm dir dafür ruhig 2-3 Min Zeit.
Im Anschluss betet einer aus der Gruppe laut für alle oder jeder für sich:
Jesus, du bist da.
Nicht nur in der Kirche. Sondern auch auf der Straße, im Lärm, in der Stille, in uns.
Geh du mit uns.
Zeig uns, was wir sonst übersehen.
Schenk uns offene Augen, ein waches Herz und ehrliche Gedanken.
Amen.
Gemeinsam macht ihr euch als Gruppe auf den Weg.
Ihr lauft nun gut 800 Meter zum Vorplatz des Bahnhofs Aalen.
Bibelvers:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
(Johannes 14,6)
Bahnhöfe sind Orte der Bewegung.
Hier beginnt etwas – oder endet. Menschen steigen ein, andere steigen aus. Einige fahren zur Arbeit, zur Schule, zur Familie. Für manche ist es nur ein Zwischenstopp auf einer langen Reise.
Der Bahnhof ist ein Symbol: Alles ist in Bewegung.
Und das gilt nicht nur äußerlich.
Viele Menschen sind auch innerlich unterwegs:
Auf der Suche nach Sinn. Nach Halt. Nach Orientierung. Nach Hoffnung. Nach Gott.
Einige wissen nicht, wo sie morgen schlafen.
Manche fliehen – vor Krieg, Angst, Perspektivlosigkeit.
Andere sind einfach müde vom Leben, obwohl sie äußerlich funktionieren.
Steigst Du gerade ein, aus – oder um?
Wo stehst Du in der Bewegung Deines Lebens?
Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“
Er lädt nicht nur dazu ein, einen Glaubenssatz zu übernehmen – sondern sich mit Ihm auf den Weg zu machen. Nicht immer mit klarer Route, aber mit klarer Begleitung.
Beten wir für die Menschen, die aufbrechen – auf dieser Welt, in unserer Stadt, in unserem Herzen. Dass sie erleben, wie diese Wahrheit für sie Gewissheit wird:
Jesus ist ihr Weg – im Leben hier und in Ewigkeit.
Und ich will Dich ermutigen: Bete für Deine eigenen Wege, auch wenn sie gerade unklar erscheinen.
Nimm Dir mit Deiner Gruppe einen Moment Zeit – jeder betet für sich.
Dann könnt Ihr einzeln oder gemeinsam folgendes Gebet sprechen:
Jesus, wir bringen Dir alle, die unterwegs sind:
Die Pendler und die, die sich treiben lassen. Die Suchenden, die Flüchtenden, die Angekommenen. Die, die von außen stark wirken – und innerlich wackeln.
Und wir bringen Dir uns selbst. Du kennst unseren Weg. Zeig uns Deine Richtung.
Und gib uns Vertrauen, dass Du mitgehst. Heute. Und morgen.
Amen.
Aktion – „Wegchallenge“
Macht Euch nun auf den Weg zur nächsten Station – sie liegt etwa 600 Meter entfernt, vor dem Rathaus.
Wenn Ihr mögt, nehmt Euch eine stille Aufgabe mit:
Sprecht innerlich für Menschen, die Euch auf dem Weg begegnen, ein kurzes Segensgebet:
„HERR, segne diesen Menschen – wohin er oder sie auch immer unterwegs ist. Sei Du ihm oder ihr nah.“
Der Weg wird ca 600 Meter weit sein. Die nächste Station findet ihr vor dem Rathaus.
Bibelvers:
„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“
(Jeremia 29,7)
Hier, im Herzen der Stadt, kommen viele Dinge zusammen.
Verantwortung und Entscheidungen. Begegnung und Austausch.
Hier wird geplant, organisiert, verwaltet. Und hier treffen sich Menschen.
In unserer Gesellschaft spüren wir, dass vieles Angespannt ist. Vertrauen schwindet. Die Meinungen driften auseinander. Manche fühlen sich überhört, andere ziehen sich zurück. Es gibt Wut, Frust, Enttäuschung – und auf der anderen Seite viele, die sich mit Kraft und Herz für das Gemeinwohl einsetzen.
Jeremia schreibt den Vers nicht an Menschen in Freiheit, sondern im Exil. Und doch gilt sein Ruf auch heute:
Betet für Eure Stadt.
Nicht als naive Wunschliste. Sondern als Zeichen: Wir geben sie nicht auf.
Wir glauben an Veränderung. Und wir glauben, dass Gott durch Politik wirken kann.
Beten wir für unsere Stadt, dass Demokratie gelebt wird, Meinungen gehört werden, Mauern überwunden und Hoffnung siegt.
Wir beten für Politiker, dass Gott ihnen Weisheit schenken möge. Dass sie Jesus erkennen und seine Liebe aufstrahlen darf.
Und wir Fragen wo unser Platz als Gemeinde ist. Was können wir tun für diese Stadt, in die Gott uns gestellt hat. Wo können wir Menschen helfen, unterstützen und die Bedürfnisse unserer Stadt ernst nehmen und uns einbringen?
Bewege diese Gedanken ein paar Minuten in deinem Herzen.
Vielleicht wollt ihr euch austauschen, wo brennt euer Herz in Bezug auf diese Stadt, in Bezug auf die Menschen, die hier leben?
Danach betet gemeinsam oder jeder für sich:
Gebet:
Gott Vater, wir beten für alle Verantwortlichen dieser Stadt.
Für Bürgermeister, Gemeinderat und alle Mitarbeitende in Verwaltung. Für alle die gestalten und entscheiden.
Wirke du durch sie. Schenke du Weisheit und Mut in den rechten Momenten.
Wir beten dafür, dass deine Gerechtigkeit siegt.
Für unsere Gesellschaft, dass wir alle aufeinander zugehen, in Liebe und Respekt.
Wir beten für Menschen, die sich von Politik abgewendet haben, weil sie enttäuscht sind, dass du ihre Herzen anrührst.
Wir wollen gemeinsam dein Reich bauen.
Wir beten für deinen Frieden, der unsere Stadt und den ganzen Landkreis erfüllen möge. Gott wir bringen die Aalen und den Ostalbkreis, mit allen Herausforderungen und den Potenzialen.
Amen
Gemeinsam lauft ihr nun gut 100 Meter zum alten Rathaus und dem Aalener Spion.
„Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“
(1. Samuel 16,7)
Oben an der Hauswand am Alten Rathaus sitzt er – der Aalener Spion.
Er beobachtet die Stadt. Still. Beweglich. Mit wachem Blick. Natürlich ist er nur eine Figur – aber er steht für etwas:
Hinschauen. Wach sein. Wahrnehmen, was wirklich passiert.
Worauf schauen wir, wenn wir durch unsere Stadt gehen?
Wer fällt uns auf – und wer bleibt im toten Winkel unseres Alltags?
Was sehen wir sofort? Und was übersehen wir ständig?
Und damit beginnt es.
Nicht mit Aktivismus. Sondern mit ehrlichem Wahrnehmen.
Wir stehen hier mitten in der Fußgängerzone.
Menschen gehen an uns vorbei – vielleicht heute nicht in Massen, aber grundsätzlich ist das hier ein Ort des regen Treibens.
Ein Ort, an dem man leicht untergeht. Wo Sorgen, Nöte, Fragen, Träume durch Gesichter laufen – und oft unbeachtet bleiben.
Gott sieht das Herz.
Er sieht hinter die Haltung. Hinter die Stimme. Hinter die Fassade.
Und: Er schaut liebevoll.
Das ist herausfordernd. Nicht nur, weil wir lernen dürfen, andere mit diesen Augen zu sehen – sondern vielleicht noch mehr, weil wir uns selbst oft nicht so sehen können.
Schau Dich um.
Hier sind Schaufenster, in denen Du Dich vielleicht spiegelst.
Gottes Blick ruht liebevoll auf Dir.
Mit allem, was Du mitbringst. Mit Deiner Geschichte. Deiner Schuld. Deiner Stärke. Deiner Sehnsucht.
Und weil das so ist, kannst Du auch andere mit Liebe anschauen. Nicht mit Verurteilung. Nicht mit Gleichgültigkeit. Nicht flüchtig. Sondern echt. Offen. Mit einem Herzen, das fragt:
Wer verdient heute meinen Blick?
Nicht meinen Urteilsspruch. Sondern meine Aufmerksamkeit.
Mein Gebet. Meine Offenheit. Vielleicht jemand aus dieser Runde mit der Du unterwegs bist? Oder gar Du selbst?
Nimm Dir einen Moment und verweile ganz bei Gottes Herz, dort wo du geliebt bist und angenommen. Dann betet einzeln oder gemeinsam:
Gebet:
Gott, schenk mir Deinen Blick. Für die Menschen, die sonst untergehen. Für das Verborgene hinter dem Vordergründigen. Für das Heilige mitten im Alltag. Und für mich selbst – damit ich mir vergeben kann, was ich nicht mehr sehen will.
Und lieben kann, was Du längst liebst.
Ich will mich in deiner Liebe entwickeln in das was du für mich vorbereitet hast.
Amen
Wenn Du weitergehst, schau bewusst Menschen an –
nicht starr, nicht aufdringlich, sondern aufmerksam.
Und bete still:
"HERR schenk mir deine Auge zu sehen, meine Nächste, meinen Nächsten und mich selbst."
Ihr lauft nun knapp 400 Meter in den Stadtpark.
Bibelvers:
„Er führt mich auf grüner Aue und erquicket meine Seele.“
(Psalm 23,2–3)
Hier ist alles anders. Es ist ruhiger. Grüner. Weicher. Der Stadtpark ist wie ein tiefes Ausatmen nach einem vollen Tag.
Vielleicht setzt Du Dich kurz hin. Vielleicht atmest Du bewusster. Hier spürst Du etwas, das man oft nur merkt, wenn man es eine Weile vermisst hat:
Ruhe. Raum. Luft.
Gott hat diese Welt nicht als Maschine geschaffen, sondern als Lebensraum.
Nicht als etwas, das funktioniert – sondern als etwas, das heilt. Lebensraum, der uns in Freiheit und die Weite führt. Und wir sind nicht gemacht für den Dauerlauf – sondern für Rhythmus. Für Momente wie diesen. In der Schöpfung finden wir einen Gott, der am siebten Tag ruht und genießt. Und bereits davor immer wieder Tage abschließt und innehält. Seine Schöpfung bestaunt. Es wurde Abend und Morgen als Rhythmus der den Gedanken der Ruhe bereits ausbreitet.
In der Stille, im Grünen, geschieht etwas mit uns. Hier begegnen wir Gott selbst.
In seiner Schöpfung.
Nicht immer spektakulär. Aber echt. In den Sonnenstrahlen auf der Haut. Der leichten Brise in den Haaren. Dem Duft der Blumen in der Nase. Manches wird langsamer. Manches kommt hoch.
Manches darf einfach mal sein.
Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem Gott uns „erquicken“ will. Unsere Akkus aufladen will. Unsere Seele zur Ruhe kommen lassen möchte, durch seine Gegenwart.
Dafür musst du nichts tun. Einfach Atmen und genießen.
Schöpfung ist nicht selbstverständlich. Wir haben den Auftrag die Schöpfung zu bewahren und zu erhalten. Sie wurde uns von Gott anvertraut und darin entdecken wir ihn selbst.
Nimm Dir Zeit und suche einen Ort im Stadtgarten der Dir jetzt grade gut tut. Ob nur für Dich oder mit deiner Gruppe zusammen. Und dann nimm dir 10 Minuten. Werde still und höre dem Säuseln des Windes zu. Oder schließe die Auge und spüre die Schöpfung ganz konkret.
Gott ist hier. Jetzt und er will dich erquicken.
Danach betet gemeinsam oder jeder für sich:
Gott, Danke für diesen Ort.
Für Ruhe im Lärm, für Raum im Dichten, für Natur mitten in der Stadt.
Wir bringen Dir, was in uns laut ist. Was müde geworden ist. Was Heilung braucht – körperlich, seelisch, geistlich. Und wir danken Dir für alles, was lebt und atmet und wächst. Schenk uns einen Moment des Ankommens immer wieder – bei Dir, bei uns selbst.
Und schenk uns Mut gemeinsam für den erhalt deiner Schöpfung einzustehen und aufzustehen.
Amen
Kommt zusammen wenn ihr es nicht sowieso schon seid. Eine oder einer von euch hat das Abendmahl To-Go dabei.
Teilt es euch gegenseitig aus. Wir sind darin verbunden, denn alle Gruppen feiern dieses Abendmahl heute hier im Stadtpark.
Denn hier an diesem Wort wo wir Gott in seiner Schöpfung begegnen dürfen wollen wir gemeinsam uns erinnern, dass er für uns gestorben und auferstanden ist. Damit wir ewig Leben.
Lest also die Einsetztungsworte gemeinsam und teilt euch gegenseitig danach Brot und Einzelkelche aus.
1 Korinther 11:
23 Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 24 dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch;[4] das tut zu meinem Gedächtnis. 25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund[5] in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Nun lauft ihr gemeinsam zurück zur Gemeinde. Dort erwartet euch Kaffee und die Möglichkeit euch auszutauschen. Wo ist Dir Gott heute morgen begegnet? Was hat Dich berührt und bewegt? Was nimmst Du mit in deine kommende Woche?